K
Technische Daten:
  • Baujahr: 1974
  • Typ: KR 51/1K (mit hydraulischen Stoßdämpfern hinten)
  • Einzylinder Zweitakter
  • Hubraum: 49,6 ccm          Leistung:  3,6 PS bei 5750 U/min
  • Drehmoment: 4,7 Nm bei 5000 U/min
  • Gemisch: 33:1
  • 3 Gänge Fußschaltung
  • Elektrische Anlage: 6 Volt
  • Vmax: 60 - 75 km/h, je nach Laune und Wetter
Meine Schwalbe besaß ich 2 Jahre. Sie war mir ein relativ zuverlässiger Begleiter. Relativ deshalb, da immer wieder Probleme mit Teilen rund um den Motor auftauchten. Meistens hatten die Schwierigkeiten etwas mit der Elektrik zu tun. Korridierte Kabelschuhe, gebrochene Kabel, etc. galt es immer wieder aufzuspüren. Nachdem ich einiges ausgewechselt hatte, gab es diese Art der Schwierigkeiten nicht mehr.

Ein Mal begann sie, den Sprit laufen zu lassen. Beim Schwimmer hatten sich durch die Vibrationen die Luftkammern gelöst. Löten war mir dabei wegen des sehr dünnen Matierials zu haarig. Deshalb besorgte ich mir einen Neuen.  Ein anderes Mal mußte ich das Nadelventil austauschen. Mit Reinigen des Teils ging nichts mehr.

Ich war immer überrascht, wie viele Möglichkeiten sich auftaten, wenn es darum ging, gebrauchte oder verbilligte Teile aufzutun. Herumfragen selbst bei Händlern brachte immer wieder eine gute Adresse hervor.

Ansonsten war ich mit dem Roller wirklich sehr zufrieden. Die Fahrleistungen waren auch mit Sozia für eine 50er mehr als zufriedenstellend. Wie für die anderen Simsonmodelle gilt für die Schwalbe die Ausnahmegenehmigung, dass sie 60 km/h schnell unterwegs sein darf, was sie solo sowieso mit Überschuss schaffte, mit Sozia auf der Geraden stets schaffte - trotz "nur" 3,6 PS. Man muss sich nur trauen, den Motor drehzahlmäßig auszukitzeln. Er hält erstaunlich stand.

Positiv fand ich den Wetterschutz. Bei Regen hatte ich immer trockene Füße. Zudem ist sie durch die großen Räder anders als andere Roller klasse im Geradeauslauf, aber auch bei sonstigem Handling. Selbst leichte Geländegängigkeit kann ihr zugesprochen werden.

Die Bremsen erfüllen mehr eine Alibifunktion. Es gibt sie eben. Verzögern tun sie eher weniger. Man gewöhnt sich schnell eine vorausschauende Fahrweise an.

Das Fahrwerk kann sowohl solo als auch mit Sozius durchaus als komfortabel bezeichnet werden. Die Schwalbe schluckt viel feine Unebenheiten einfach weg ohne dabei übermäßig schwammig zu wirken.

Die Kette im geschlossenen Kettenkasten zeigte sich als sehr wartungsarm. Fett war immer genug drin. Verschleiß konnte ich keinen feststellen. Ab und zu galt es die Kette zu spannen.

Nach ihrem letzten Winter, den sie draußen verbrachte, sprang sie nach Enteisen des Zündschlosses beim 3. Tritt ohne Mucken an und lief schnell wieder rund.

Die Schwalbe machte mir abgesehen von den kleinen Schwierigkeiten stets großen Spaß.

Als Lesestoff kann ich "Das Schwalbe Buch" von Erhard Werner aus dem Uwe-Welz-Verlag-Berlin  wärmstens empfehlen. Es enthält Infos über die historische Entwicklung bis hin zu detaillierten Reparaturanleitungen. Einstelldaten sind ebenso wie Stromlaufpläne zu finden. Das Teil kostete 29.95 DM.

Stand: 13.04.2001